Nosliw (Singer, Germany)

Interview (german language)
Deine Texte haben oft einen politischen oder sozialkritischen Hintergrund. Engagierst du dich auch privat, gehst du z.B. auf Demos?
Ich habe auf einer Anti-Nazi-Demo meine Frau kennengelernt, also kann ich demonstrieren nur empfehlen! Leider werden immer noch Aufmärsche der größten Demokratie-Gegner des Landes von unseren „Volksvertretern“ genehmigt und somit bin ich gezwungen mich dem auf der Straße entgegenzustellen. Zu umwelt- oder familien-politischen, oder wirtschaftlichen Themen hat’s mich noch nicht vor die Tür getrieben, wird aber ganz bestimmt passieren in dieser Legislaturperiode.
Du lebst seit 2006 in Berlin, hast du einen Lieblingsplatz in der Hauptstadt?
Unsere Wohnung! Ich bin froh, wenn ich mal Zuhause sein kann. Wir haben es echt richtig schön. Ansonsten mag ich das Yaam, den Beachvolleyball-Club am Nordbahnhof, den Krausnickpark, den Penny Markt Lichtenberg, den New Era-Laden bei uns umme Ecke und alle Elektronik-Fachgeschäfte und Profi-Baumärkte im Umkreis.
Beim Summer Jam 2009 hast du eines unserer T-Shirts getragen, wie bist du darauf aufmerksam geworden?
Beim schlendern durch den neuen Konsum-Tempel am Alex. Da gab’s einen kleinen temporären Stand, welcher mir direkt ins Auge fiel, ob der schönen Dinge, die sich darboten. Dann hat mir ein geschäftstüchtiger Kundenfänger gleich mal dieses Kleidungsstück aufgeschwatzt. Jetzt trage ich es jeden Tag und werde ständig schamlos darauf angesprochen.
Welche frage wurde dir noch nie in einem Interview gestellt, obwohl du sie schon immer mal beantworten wolltest? Jetzt hast du die Gelegenheit dazu!
Ich kann dir sagen, welche ich nicht mehr hören kann, z.B.: „Wie bist du vom Hip-Hop zum Reggae gekommen?“, „Warum schreibst du deine Texte auf Deutsch?“, „Mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten?“ und „Was sind deine nächsten Projekte?“ (während ich gerade meine aktuelle Platte promote), „Möchtest du den Leser-/Zuschauer-/HörerInnen noch etwas sagen?“, „Wie siehst du den Status Quo der deutschen Reggae-Szene?“, „Was kommt zuerst? Der Text oder die Musik? Was inspiriert dich?“ ...da fällt mir eine Frage ein, die ich mal gerne gestellt bekommen möchte:“Wir alle kennen die Lichtgestalt Nosliw, den Star, den Liebenswerten, den Sorgenden, den Publikumsmagneten, den Überragenden, den Charmeur, die Tragikfigur, den Inspirator, die Ikone, den Gottgleichen, aber wer steckt dahinter? Wer sind die Menschen im Hintergrund?“ Die Antwort ist: „Ich habe alles alleine gemacht!“
Was magst du lieber? Den Raggamuffin oder den Blueberrymuffin?
Das ist eine gute Frage. Ich zitiere Brick Tamland: „I love lamp.“ Markus Kafka hat mich vor laufender Kamera einmal gefragt, ob ich mir, sinngemäß, lieber den Penis oder die Gehörgänge amputieren lassen würde. Auch ne gute Frage. Also von ‚mögen‘ kann gar keine Rede sein. Ich habe auf meinem Mikrophonkoffer einen Aufkleber, auf dem steht „Musik ist Scheisse“.
